Das, was wir hier machen
Das Weltall, so unendlich groß es heute auch erscheinen mag, war mit allem was es enthält an seinem Anfang nicht größer als ein Stecknadelkopf. Sogar eher kleiner. Und als wäre das nicht ungeheuerlich genug, wird es möglicherweise an seinem Ende wieder zu diesem Zustand zurückkehren. Mit allem was es enthält, mit Mann und Maus, mit all den unbelebten und belebten Welten, die zu einem der Milliarden Milliarden Sterne gehören, die unseren Nachthimmel bevölkern. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, erscheint es doch so gut wie belanglos, dass gerade unser Planet von einer feindseeligen Spezies beherrscht wird, die zwar genügend Intellekt besäße, ihr Habitat zu schützen und zu erhalten. Die aber ein stammesgeschichtliches Erbe in sich trägt, das ihr genau dieses Verhalten unmöglich macht. Weshalb diese feindseelige Spezies die erste auf dem Planeten sein wird, die sich selbst mit der Wurzel ausreißen und vernichten wird.
Aber wie schon gesagt: Einer, der sich die ganze Sache von ihrem Anfang bis zum Ende anguckt, wird diese kleine Episode der kosmischen Geschichte vielleicht gar nicht wahrnehmen und wenn doch, nicht weiter beachten. Diesen Standpunkt einzunehmen fällt zugegebenermaßen recht schwer, wenn man in dieser Belanglosigkeit drinsteckt und in ihr tagtäglich und unaufhörlich weitere Belanglosigkeiten produziert. Man muss sich schon immer wieder vorsagen: Für den weiteren Fortgang der Geschichte des Weltalls hat das alles überhaupt keine Bedeutung: Buckelwal, Hormusstraße, Kamikazedrohnen. Alles egal.
In dem Film Abyss von James Cameron steht die Menschheit kurz vor ihrer Vernichtung durch eine außerirdische Spezies, die schon vor langer Zeit auf der Erde gelandet sind und die Menschen beobachten. Aber sie brechen die Apokalypse ab, als sie Bud beobachten (Ed Harris), der aus Liebe bereit ist, sein Leben einzusetzen. Bud bekommt Kontakt zu den Außerirdischen und es gelingt ihm die Menschen zu warnen, die daraufhin ihr Verhalten ändern. Und der Film endet mit einem langen Kuss von Lindsey und Bud, während im Hintergrund die Sonne durch die Wolken bricht. Vielleicht ist es ja auch so. Dann wäre das, was wir hier machen, doch nicht belanglos.