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Nachrichten vom liedersaenger

Panta rhei

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Noch drei Wochen Frist. Dann ist es wieder soweit. Nachdem man zuerst aus der sicheren Geborgenheit des Nichtseins ins Dasein katapultiert und dann schließlich aus dem Garten Eden des Uterus in die kalte Wirklichkeit der Welt vertrieben wurde, soll man jetzt die Vormittage ohne seine primäre Bezugsperson mit wildfremden Kindern und Erwachsenen zubringen. Der jüngste soll in die Krippe. Dabei haben wir gerade unseren Tagesablauf konsolidiert. Morgens müssen wir freilich im Bett bleiben und uns ruhig verhalten, während die großen Kinder aufstehen und sich anziehen. Mit dem zarten Läuten der Türglocke ("Ding-Dong"), wenn Geschwister und Mama das Haus verlassen, stehen auch wir auf und trödeln gemütlich und unbeschwert in den Tag. Bis zum Mittag. Dann wird gegessen und wieder geschlafen. Drei Wochen noch.

Was wird dann aus mir? Bringt meine schöne Frau dann alle drei Kinder in den Kindergarten und ich bleibe allein zurück? Ja, und dann habe ich den Haushalt an der Backe. Wäsche waschen, Müll wegbringen, einkaufen. Außerdem beginnt spätestens im Mai die Gartensaison. Kinder abholen. Das wird kein Zuckerschlecken. Drei Wochen noch.

Und dann? Noch drei Monate und der große kommt in die Schule. Es bleibt nichts, wie es war, kein Stein auf dem anderen, heute hier, morgen dort. Man braucht sich nirgendwo einzurichten, denn man bleibt nicht länger. Kaum angekommen, muss man schon wieder aufbrechen. Nur: Ein Kind macht sich darüber keine Gedanken und die Brüche erlebt es nicht als solche, sondern nimmt sie hin, als das, was sie sind - das Leben. Es merkt vielleicht, dass seine Eltern sich Sorgen machen und wenn es zwischen seinen vielen Projekten einmal Zeit findet, dann kommt es zu ihnen und tröstet sie. Denn eigentlich ist doch alles gut.

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miniblog - 12.04.26