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Sag niemals nie

In Zeulenroda gibt es ein Tiergehege, wo am Ostersonntag noch der schöne alte Brauch des Eieraufwerfens gepflegt wird. Kinder und Erwachsene werfen in Wurfbeuteln steckende Eier in die Luft und lassen sie wieder der Schwerkraft folgend zu Boden fallen. Wer auf diese Weise alle seine Eier kaputt geschmissen hat, läuft einfach weiter, vorbei an Eseln, Schweinen und Ziegen, Nandus und anderem Getier, bis er einen kleinen Kiosk erreicht, an dem unter anderm ein frisches Bier gezapft wird. Für Kinder und sonstige Süßschnäbel gibt es Softeis. Wer es geschafft hat, sich bis hier durchzuschlagen, hat sein Ziel erreicht und kann den Heimweg antreten.

Der Heimweg führt unweigerlich über Kleinwolschendorf, dessen Gemarkung auf einem Plateau des Südostthüringer Schiefergebirges liegt und bis an den Stadtrand von Zeulenroda heranreicht. Damit wäre über Kleinwolschendorf eigentlich alles gesagt, gäbe es nicht die Tatsache, dass ich selbst schon einmal vor Jahren durch Kleinwolschendorf gefahren bin. Ich war mir damals sicher, dass es sich bei der Passage um ein absolut einmaliges Ereignis handelt und es wäre mir nicht im Traum eingefallen, dass ich noch einmal nach Kleinwolschendorf kommen könnte. Genau das ist aber nun passiert und lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Ich muss irgendwie damit klarkommen.

Wer nun geglaubt hat, nach Kleinwolschendorf käme Großwolschendorf, ist auf dem Holzweg. Großwolschendorf gibt es nämlich gar nicht. Was es aber gibt, ist Langenwolschendorf. Es liegt aber nicht auf unserem Heimweg, sondern wird von uns jeweils links oder rechts liegen gelassen. Man soll ja nie nie sagen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich doch einmal nach Langenwolschendorf kommen sollte, geht gegen Null. Aber wie schon gesagt: Man soll nie nie sagen.

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